Angst

Tulpen-Frühling-Gedichte-5 Angst-Angst

Schlaflose Nächte, kribbeln im Magen,

was wollen mir diese Gefühle nur sagen?

Bin ich verrückt oder etwa verwirrt?

Gedanken haben sich in meinem Kopf verirrt.

Ich liege und grübel so vor mich hin,

die Zeit vergeht…dann steh ich auf und denk, es hat ja doch keinen Sinn.

Und trotzdem lassen sie mich nicht in Ruh,

ich bekomme Nachts einfach kein Auge zu.

Ich laufe, ich renne, verstecke mich,

ich weiß nicht wohin…wohin soll ich gehn? Ich brauche Dich!

Irgendjemanden, der mir zuhört, mich tröstet, mir Liebe schenkt,

der meine Gedanken steuert und mein Leben lenkt.

Angst, Verzweiflung, weiß nicht was es ist,

ich brauche irgendwas, das mir meine Sorgen wegfrisst.

Völlig am Ende liege ich da,

hab keine Hoffnung mehr, fühl mich dem Tode nah.

Wie ich so daliege, die Augen zu,

hör ich ein Knistern, ein Geräusch, es ist eine Stimme die sagt: „Hallo Du!“

Erschrocken steh ich auf, sehe mich um,

nur kann ich niemanden sehn, alles ist stumm.

Starr wie ein Denkmal aus Stein steh ich da,

versuch meine Gedanken zu ordnen, einen klaren Kopf zu bekommen, überleg was das war.

Wahscheinlich ein Traum und ich leg mich hin,

die Stimme, der Traum…das macht doch alles keinen Sinn.

Da hör ich die Stimme noch einmal ganz klar,

das kann nicht sein, dass es nur im Traume war.

So stell ich ne Frage: „Wer bist du, was willst du von mir?“

Es ist ruhig, da hör ich die Stimme und sie sagt: „Ich will zu Dir!“

Wie ein Stich in mein Herz, voller Kraft und Energie,

waren diese Worte, und doch voller Liebe…sowas hörte ich noch nie.

„Was willst Du? Wer bist Du? Was willst Du von mir?“

Eine kurze Pause…doch dann die Stimme, sie sagt: „Du weißt wer ich bin…und ich will zu Dir!“

Ein Pochen , ein Beben, ein Donnern, mein Herz springt fast raus,

ich will dass es aufhört, wünsch mir es wär alles aus.

„Was hab ich getan? Was hab ich verbrochen?“

Ich höre mein Herz immer noch leicht pochen.

Ich warte, ich lausche, warum antwortet er nicht?

Da hör ich die Stimme, so sanft wie eine Feder, so zart wie eine Blüte, und sie spricht:

„Ich bin gestorben mein Freund, für deine Sünden,

ich hab alles auf mich genommen, habe gelitten, und das sollst du allen verkünden!“

Jetzt bin ich baff, das kann doch nicht sein,

Jesus geht ans Kreuz und stirbt für mich allein.

Und was mache ich, was mach ich für Ihn? Als Gegenleistung sozusagen…ich sitze nur rum,

erzähl es Niemandem, behalt es für mich, bleibe einfach stumm.

Ist das gerecht? Ich glaube nicht,

es bleibt nicht viel Zeit, denn bald kommt Jesus, dann ist alles vorbei…und plötzlich stehe ich vor Ihm, in Seinem Gericht.

 

Olga Wetzler, 30.10.2005