Was ist eigentlich der HIV-Test genau?

Wenn eine Infektion stattfindet, antwortet in der Regel unser Immunsystem darauf. Es werden Abwehrzellen gebildet, die sogenannten Antikörper. So funktioniert auch der HIV-Test, der also genau genommen nicht das Virus selbst, wohl aber die Tatsache, dass der Körper gegen eben dieses Virus ankämpft, nachweist. In aller Regel wird für diese Untersuchung etwas Blut abgenommen, denn hier ist die Konzentration von möglichen Antikörpern am stärksten. Es gibt Schnelltests auch Screening Tests genannt und ausführliche Untersuchungen im Labor. Beide haben Vor- und Nachteile. Der Schnelltest macht seinem Namen alle Ehre: Das Ergebnis liegt nach etwa 30 Minuten vor. Im Labor vergehen mehrere Tage bis zu einer Woche, bis ein Ergebnis da ist. Dem gegenüber steht, dass der Labortest sehr viel empfindlicher und das Ergebnis damit sicherer ist.

Wann sollte man einen HIV-Test machen?

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass HIV nur bei den sogenannten Risikogruppen, also Homosexuellen, Prostituierten und Drogenabhängigen, vorkommt. Hier treten sicher gehäuft Infektionen auf, doch auch jeder andere kann von einer HIV-Infektion betroffen sein. Häufig wechselnde Geschlechtspartner können zur Ansteckung führen oder auch, wenn der feste Partner oder die feste Partnerin fremdgeht und sich ansteckt. Das HIV Virus löst eine Erkrankung des Immunsystems aus, die oft zum Tod führt. AIDS kann inzwischen zwar auch nach Ausbruch noch beherrscht werden, doch ist es besser, diesen Ausbruch zu verhindern. Dafür gibt es wirksame Medikamente, deren Effekt je größer ist, je früher eine Infektion behandelt wird. Wenn es also Grund zur Annahme gibt, dass man sich angesteckt haben könnte, ist ein Test ratsam.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Beratungsstellen, Gesundheitsämter oder auch der Hausarzt können einen HIV-Test durchführen. Jedoch fällt der Weg dahin vielen Betroffenen aus verständlichen Gründen schwer. Wer möchte schon mit einem Fremden über das eigene Liebesleben und die persönlichen Sexpraktiken sprechen? Ein Heimtest kann hier eine sinnvolle Alternative sein, wie sich in mehreren Ländern Europas zeigt, in denen diese erhältlich sind. In Deutschland sind sie noch nicht frei verkäuflich, die Zulassung wird jedoch geprüft. Das Internet bietet jetzt schon die Möglichkeit, einen Heimtest auch in Deutschland zu bekommen. Ein Beispiel ist auf http://www.hivheimtest.de zu finden. Diese Tests sind einfach durchzuführen und sehr empfindlich, so dass das Ergebnis eine Aussagekraft hat. Jedoch gilt hier auch wie bei anderen Untersuchungen: Es muss etwas Zeit nach dem Risikokontakt verstrichen sein, damit überhaupt Antikörper da sein können.

Ist der Heimtest sinnvoll?

Natürlich bietet sich ein solcher Test auch zwischendurch zur persönlichen Gesundheitsvorsorge an. Es wird davon ausgegangen, dass im Moment in Deutschland einige Tausend Menschen HIV positiv sind, ohne es zu wissen. Im Falle eines positiven Ergebnisses sollte so schnell wie möglich der Arzt aufgesucht werden. Dort wird weiter untersucht und eine Therapie eingeleitet. Ist der Test negativ und besteht kein erhöhtes Infektionsrisiko, darf von Infektionsfreiheit ausgegangen werden. Auch hier bietet nur eine Nachtestung durch ein Labor absolute Gewissheit. Ein Heimtest ist sehr sinnvoll, denn er bietet eine erste verlässliche Orientierung. Wenn die Frage nach HIV auftaucht, ist es für viele leichter, sich erst einmal in der Ruhe und Geborgenheit der eigenen vier Wände einen ersten Überblick zu verschaffen.

1 Kommentar

  1. Huhu Olga,
    ich kenne das nur so das bei Blutabnahme vorallem im KKH ein hiv-Test mit gemacht wird.
    Das es auch eine Heimtest gibt kennte ich bisher noch nicht.
    herzliche Grüße Diana

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